Ein Wochenende in Bangkok – zwischen Moderne und Armut

(Achtung, dies ist wieder ein XXL-Post mit 72 Bildern … ;-))

Kurz vorweg… was ist Bangkok:
Bangkok ist die Hauptstadt Thailands, beherbergt über 6,6 Mio. Einwohner und ist mit einer Fläche von über 1.500km² etwa doppelt so groß wie Berlin. Des Weiteren scheint Bangkok ein beliebtes Ziel (vermutlich Start oder Ende) für Backpacker zu sein. Erreichen kann man Bangkok von Singapur aus in etwa 2h mit dem Flugzeug.
Am Freitagabend ging es also vom Office aus direkt zum Flughafen. Da die Chefs hier alle nächste Woche in Bangkok zum großen Meeting sind, konnte ich mit dem IT-Chef und seiner Familie mit dem Taxi zum Flughafen fahren, sodass ich rechtzeitig dort war. Jasmin, eine deutsche Studentin und Praktikantin bei Novartis kam dann auch 5 Minuten nach mir an, sodass wir gleich einchecken und in der “Transit-Mall” noch eine heiße Schokolade mit einem Muffin genießen konnten. Nach 2h Flug kamen wir gegen 19 Uhr in Bangkok an und sind dann mit dem Bus A2 in die Innenstadt gefahren. An der Khao San Road angekommen, sind wir dort gleich einmal über den Markt geschlendert. Sachen gibt es hier, das glaubt man nicht! Von gebrannter Musik direkt auf den iPod bis zum Diplom oder Presseausweis! Natürlich auch leckere Frucht-Stände, an denen wir uns sogleich einen billigen, frisch gepressten Saft gönnten (für sage und schreibe 40€Cent). Anschließend ging es mit dem Taxi zum River View Guest House, was einer kleinen Tortur gleich kam, da Taxifahrer in Bangkok grundsätzlich keine Ahnung zu haben scheinen, wo sich irgendetwas befindet. Nach etwa 10mal Nachfragen haben wir das Guest House dann in einer kleinen Gasse gefunden und sind auch gleich ins Bett gefallen.

Warten auf den Airport Bus nach Khao San Erstmal einen leckeren Wassermelonensaft Khao San Road am Abend Ein Presse-, Studentenausweis oder Diplom gefaellig? ;-) Der BigMac auf Thailaendisch

Am nächsten Morgen weckte uns nicht nur die Sonne, sondern auch der Lärm von draußen – denn River View heißt gleich auch Krach vom Fluss 😉 Ohne Frühstück ging es dann gleich los durch die Nachbarschaft zum Harbour Dept. Pier. Allein dieser recht kurze Weg zeigte die unterschiedlichsten Verhältnisse. Es gab recht schicke Häuser, alte Häuser, die man schick machen könnte und einfach nur alte, olle, dreckige Häuser. Doch ein reges treiben auf der Straße und an jeder zweiten Ecke ein kleiner Wagen, auf dem Essen zubereitet wurde.

Unser Zimmer, mit Ventilator, Balkon, aber ohne eigenes Bad Blick nach Links vom Balkon Blick nach rechts vom Balkon Verkabelungen im Bangkok-Stil ;-) Zwischendurch gibt es auch ordentliche Haeuser kleine Gassen in der Nachbarschaft

Mit dem Wasser-Taxi, oder eher Bus ging es dann zum Grand Palace Pier, vorbei am Guest House, alten Häusern “im” Fluss und dreckigem Wasser. Der Ein- und Ausstieg befand sich am Ende des Boots und wurde von einem Mann mit Trillerpfeife organisiert, der nämlich mit unterschiedlichen Pfiffen dem Fahrer vorne die Anweisungen zum Anlegen gab (und das Boot musste IMMER noch mal den Rückwärtsgang einlegen, weil sie mit zu viel Schwung an die Piers fuhren ;-D )

Das River View Guest House Ein anderes Schiff, was von Pier zu Pier faehrt Dreck am Rande des Flussufers - meiner Meinung nach ein grosses Problem

Dort angekommen meinte ein Security-Mann (saß offiziell an einem kleinen Stand), dass der Palace heute erst später öffne (was sich später als falsch herausstellte) und holte uns ein TukTuk (kleine, dreirädrige, motorisierte Droschka), das uns für nur 60Baht (ein guter Euro) herum bringen sollte. Das tat der Fahrer dann auch. Zuerst ging es zum Golden Mount, auf dem sich ein Tempel befindet. Da haben wir also das TukTuk warten lassen (wie hatte ja noch nichts bezahlt) und sonst hinaufgestiegen. Als wir wieder runterkamen wies sich unser Fahrer als Touristenführer und zeigte uns noch einen weiteren Tempel nebenan, in dem wir dann einen in den USA arbeitenden Thai trafen, der erstaunt war, dass wir diesen Tempel fanden. Lustigerweise reist er – er ist ein Volkswirt – demnächst weiter nach Singapur zum Weltbank-Meeting.

Unser TukTuk fuer die Stadtrundfahrt Die Treppe hoch zum Golden Mount Ein kleiner Wasserfall - sicherlich im Sinne von Feng Shui Glocken, die zum Gebet rufen auf dem Weg nach Oben Tempel neben dem Golden Mount Der Blick vom Golden Mount ueber die Stadt Ein Altar im Tempel auf dem Golden Mount Im Tempel auf dem Golden Mount Der Tempel neben dem Golden Mount Im Tempel

Anschließend brachte uns der TukTuk-Fahrer zu einem Schneider, der uns mit einem guten Angebot dann doch überzeugt hat, uns einen Anzug schneidern zu lassen. Also Stoffe und Farben ausgesucht und weiter zum “Standing Budha” – eine sehr große, vergoldete Budha-Statue. Doch ohne Frühstück und Lunch brauchten auch wir erstmal eine Stärkung, also holten wir uns ein paar Sateh-Spieße, um die Mägen wenigstens ein bisschen zu füllen. Nach einer Runde um den Budah und den nebenliegenden Tempel fuhren wir zurück zum Grand Palace, wo wir den TukTuk-Fahrer mit 100Baht (2€) eine große Freunde machten ;]

Stoffprobe beim Tailor Hier werden Sateh-Spiesse gegrillt Sateh auf dem Grill Der standing Budah Klimaanlage im Bus ... Fenster offen ;-) Welcome in Bangkok Ein Blick zum Koeniglichen Tempel

Da der Palace allerdings in 1,5h schließen sollte und wir nicht genau wussten, was es denn innen alles zu sehen gibt, verschoben wir den Palace auf Sonntag. Also ging es auf die Andere Flussseite zum Temple of Dawn. Ein Tempel, der mit seinem hohen Turm auch von weitem gut zu sehen ist. Anschließend ging es zurück auf die Ostseite des Flusses und dort gab es “Noodles” … zumindestens hatte ich das bestellt und irgendwas mit Noddles bekommen 😉 Noch ein Orangensaft und dann ab mit einem TukTuk zum Schneider zurück zum “Fitting” (also anprobieren und anpassen).

Lauter unbekannte Fruechte... Lecker Ananas zum Mitnehmen Der Turm des Temple of Dawn Blick in Richtung Grand Palace Auf der Treppe des Temple of Dawn Ein Schiff mit altem, chinesischem Dach auf dem Fluss Da wird mein Lunch zubereitet Lunch am Samstag

Von dort aus ging es zum Siam-Square, wo sich mehrere Einkaufszentren befinden. Diese von uns gesehenen glichen jedoch wenig den deutschen oder singapurianischen Malls. Hier ist alles sehr eng, die Shops klein und es ist feilschen angesagt 😉 Da sie um Neun schließen, sind wir nur schnell durch geschlendert und haben uns anschließend noch ein Eis bei McDonald’s gegönnt und wurden auch dort fast rausgeworfen, da selbst die halb Zehn schließen.

Wieder einmal in eigener Sache - Werbung fuer Yasmin McDonald's auf Thailaendisch

Als letzte Station des Tages hatten wir uns eine Bar auf den State-Towers im 64. Stock vorgenommen. Die haben wir mit dem Sky-Train erreicht, eine Art S-Bahn in 10-15m Höhe. Da die Bar sehr überfüllt war und wir nicht wussten, was wir trinken sollen genossen wir nur den Ausblick und fuhren anschließend mit dem Taxi zum Guest House zurück – was auch mit nur einmal fragen und unserem Wissen relativ gut ging.

Beim Einstieg So sieht der Skytrain von innen aus Singapur-Werbung im Skytrain Der Blick bei Nacht vom State-Tower von der 64. Etage Weitere Wolkenkratzer bei Nacht Blick aus der 64. Etage Blick den Fluss entlang vom State Tower

Nach einer Nacht im Wind des Ventilators ging es am nächsten Morgen wieder mit dem Boot in Richtung Palace, dieses Mal aber eine Station weiter, da so der Eingang besser erreichbar war. Mit zwei kleinen, gegrillten Bananen zum Frühstück reihten wir uns dann in die Touristenmassen zum Grand Palace ein. An sich ist er nicht sehr spektakulär, aber der königliche Temple ist schon sehenswert, weil er unheimlich prunkvoll ist. An den Außenwänden der Gebäude ist kein Putz zu sehen, sondern nur Blattgold, Mosaike oder Marmor. Der Palast selbst ist, wie es sich für einen König gehört, recht groß, aber Ruhe zum Wohnen wird bei den Menschenmassen nicht aufkommen 😐

Im koeniglichen Tempel im Grand Palace Rechts ist der Tempel mit einem grossen Altar Die Maennchen halten den Turm und Gott Ein Modell des Tempel Anchor Wat in Kambodscha Der Koenigspalast

Als der Grand Palace besichtigt war ging es wieder eine Straße mit vielen kleinen Straßenläden entlang. Natürlich wurde gab es auch wieder ganz viele Essenwagen, trotzdem ist es nicht einfach etwas zu essen zu finden. Gerade als Tourist weiß man nicht so recht, was es gibt, da immer nur ein wenig Gemüse “ausgestellt” wird und die Köche sicherlich kaum und nur gebrochen Englisch sprechen. Als wir jedoch an einem kleinen “Stall” (so werden hier die Essenstände bezeichnet) mit Tischen vorbeikamen und eine Köchin “Fried Rice” zubereiten sahen schlugen wir einfach zu … “das Gleiche bitte” 😉
Plötzlich waren wir sogar in einem kleinem Essen-Bereich, wo es verschiedene Stände gab, allerdings würde diese nicht annähernd deutsche Reinheitsvorschriften erlangen 😉 Mit einer viertel Melone (nicht Wasser- und nicht Honig-) ging es dann wieder mit dem TukTuk zum Schneider zum Final fitting. Passt alles wunderbar, nun wird es mit Packet nach Deutschland geschickt, hoffentlich geht alles gut!

Zum Lunch am Sonntag Entlang einer Seitengasse In einem Die kleinen Krabben werden hier im ganzen fritiert und scheinbar auch verspeist :-S Ich im Anzug mit gestreiftem Hemd Jasmin in Blazer und roter Bluse

Da wir noch etwa 2h Zeit hatten ließen wir uns mit einem Taxi zum “Chatuchak Market” bringen – auch Weekend Market genannt. Hier gibt es alles von A bis Z und noch viel mehr. Der Markt ist riesig groß und hat mindestens 40 kleine Nebenstraßen. Und nicht nur, dass es voll war, es war auch unheimlich heiß, dass mir das Wasser in Strömen die Beine runterlief 😉
Leider wieder hier auch Tiere verkauft, die unter Artenschutz stehen und selbst in Thailand nicht verkauft werden dürften. Und die, die legal verkauft werden, leiden unter widrigen Bedingungen!

Hier gibt es auch fuer die Autofahrer ein CountDown, selbst die 3 Sekunden fuer Gelb werden runtergezaehlt :-) Hier werden die Tintenfische auch im Ganzen gegrillt... Der Weekend-Market, alles enge Gassen und unheimlich viel zu kaufen Gelbe T-Shirts scheinen Momentan der Hit hier zu sein - ganz viele tragen welche Trotz Trubel und Massen kann man hier scheinbar gut schlafen ;-) Scheinbar Eichhoernchen und Streifenhoernchen, sehr traurig! Kleine Kaninchen, die auf dem Kaefig sitzen mussten - sehr ungemuetlich! Ein Kakadu Selbst Igel wurden hier verkauft - ob sie nur als Haustier enden? Ein schwarzer Schwan auf dem Weekend-Market

Da wir rechtzeitig zum Flughafen aufbrechen wollten, schnappten wir uns dann ein Taxi und fuhren für unglaubliche 2€ bis vor das Terminal, wo unser Flug noch nicht einmal ausgeschrieben war. Doch hatten wir schon den Bereicht geortet, wo der Check-In stattfand, sodass wir gleich zu den Ersten gehörten und noch Plätze am Notausgang (mit ganz viel Beinfreiheit) bekamen ;-D

Jasmin beim Warten auf den Flieger Der Flughafen von Bangkok - vor dem Gate

Kurz nach 23 Uhr landeten wir wieder heil in Singapur und konnten dank unseres Training-Visit-Passes die Kontrollen am Schalter “Singaporians / Residents” schnell hinter uns bringen. Ich hatte das Glück, dass die zwei Stationen bis Tanah Merah noch eine MRT fuhr. In die Stadt rein ging es aber nicht weiter, sodass Jasmin mit dem Taxi fahren musste.
Zu Hause war ich zwar völlig k.o., doch musste ich die ganzen Eindrücke erstmal Denise schildern, sodass ich erst halb zwei im Bett war.

Fazit:
Bangkok ist eine riesige Stadt mit sehr vielen Sehenswürdigkeiten, von denen wir nur einen Bruchteil gesehen haben. Ein Wochenende ist hier also nicht ausreichend, doch lang genug, um einige Macken der Stadt zu erleben und bei einer Wiederkehr gleich auf alles gefasst zu sein 😉
Ansonsten ist Bangkok schon noch anzusehen, dass sie in einem Schwellenland liegt. Viele ärmliche Ecken abseits der Touristenströme, aber auch moderne Züge, Wolkenkratzer und große Malls. Allerdings auch eine hohe Luftverschmutzung, da Busse und Motoräder alles rausblasen was geht, sodass ich selbst Busfahrer mit Mundschutz gesehen habe.
Beeindruckend waren natürlich die geringen Preise, besondern beim Essen und Taxi-Fahren, wobei natürlich die Frage offen bleibt, ob es auch für Thai’s noch billig ist.

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